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Aller-Leine-Tal Projektgruppe                               Klein Häuslingen, im Sep. 2001

“Regenerative Energien”

Abschlußbericht

über das Projekt “Nutzung der Windenergie im Aller-Leine-Tal”

Zielsetzung

Ziel des Projektes war es, den Bereich der drei Samtgemeinden Ahlden, Rethem und Schwarmstedt darauf hin zu untersuchen, ob eine sinnvolle Nutzung der Windenergie in dieser Region möglich ist. Sollte sich hierbei das Betreiben einer Windkraftanlage im Aller-Leine-Tal als wirtschaftlich herausstellen, sollte im Anschluss eine Windkraftanlage als BürgerWindrad unter Beteiligung der Bewohner der Region errichtet werden.

Durchführung

Im Rahmen des Aller-Leine-Tal Projektes wurde im März 1996 die Projektgruppe “Regenerative Energien” gegründet. Die Gruppe setzte sich als erstes Ziel, die Möglichkeiten zur Nutzung der Windenergie im Aller-Leine-Tal zu untersuchen. Zuerst wurde das Gebiet der drei Samtgemeinden im Hinblick auf bestehende Schutzgebiete, Zuwegungs- und Anschlussmöglichkeiten an des Netz des Energieversorgungsunternehmens (EVU) sowie auf einzuhaltende Abstände zur bestehenden Bebauung untersucht. Es wurden diverse Gespräche mit Vertretern der Samtgemeinden und des Landkreises, mit Herstellerfirmen, Betreibern und dem EVU geführt. Als Ergebnis dieser ersten Phase stand fest, dass eine Windkraftanlage als BürgerWindrad in der Region errichtet werden sollte unter dem Motto: “Energie aus der Region für die Region”. Ein entsprechender Zwischenbericht wurde auf der Aller-Leine-Tal Messe im Februar 1997 in Hodenhagen öffentlich vorgestellt.

In der zweiten Phase, von März 1997 bis März 1998, wurde die Realisierbarkeit des Vorhabens geprüft. Hierzu wurden diverse Gespräche geführt, Informationen gesammelt und Veranstaltungen besucht. Als Ergebnis dieser Phase konnten die drei Samtgemeinden durch Anregung aus der Projektgruppe dazu bewegt werden, die Windenergienutzung im Aller-Leine-Tal gemeinsam zu planen. Es wurde davon abgesehen, im Rahmen der Bauleitplanung Vorrangstandorte in den Gemeinden des Aller-Leine-Tals festzulegen. Für 6 Standorte wurden Windgutachten in Auftrag gegeben, um die optimale Lage für eine Einzelanlage zu ermitteln.

In der nun folgenden Phase von März bis November 1998 entstand aus der Projektgruppe heraus eine engere “Arbeitsgruppe Wind” mit 10 Personen. Nach Vorlage der Ergebnisse der Windgutachten wurden drei mögliche Standorte ausgewählt und konkrete Planungen für die Errichtung des BürgerWindrades am Standort Toschi in der Stadt Rethem aufgenommen. Im November 1998 wurde eine Informationsveranstaltung für den Rat der Stadt Rethem durchgeführt. Nachdem hier eine negative Rückmeldung für das Projekt erfolgte und die Standortsicherung auf Probleme stieß, war die Errichtung einer Windenergieanlage an diesem Standort gescheitert.

Ab Mitte 1999 erfolgten von der Gruppe konkrete Planungen für einen Alternativstandort in der Gemeinde Gilten. Hier entwickelte sich das Vorhaben positiv. Bis Ende 1999 wurde das Einvernehmen durch die Gemeinde erteilt, das EVU gab eine positive Rückmeldung und die Zuwegung konnte geklärt werden. Nachdem auch die Entscheidung für eine Anlage mit einer Nennleistung von 660 kw des Herstellers “VESTAS” gefällt wurde und die Wirtschaftlichkeitsberechnung ausreichende Erträge auswies, konnte der Bauantrag im Dezember 1999 gestellt werden.

Das Jahr 2000 war gekennzeichnet durch das lange Warten auf die Baugenehmigung. Der Landkreis Soltau-Fallingbostel stand der Nutzung der Windenergie im hiesigen Raum negativ gegenüber und lehnte den Bauantrag ab. Es wurde Widerspruch bei der Bezirksregierung Lüneburg eingelegt. Diesem wurde stattgegeben und die Baugenehmigung im November 2000 erteilt. Parallel dazu fanden während dieser Zeit öffentliche Informationsveranstaltungen in den drei Samtgemeinden statt und eine GmbH & Co KG als Betreibergesellschaft für das BürgerWindrad wurde gegründet. Über einen Beteiligungsprospekt wurde in den Gemeinden des Aller-Leine-Tals für Kommanditeinlagen als Eigenkapital für das BürgerWindrad geworben.

Die Errichtung des BürgerWindrades “ALwine” erfolgte im Frühjahr 2001. Der Betrieb wurde am 7. Juni 2001 aufgenommen. Die Einweihung fand am 12.08.2001 unter starker öffentlicher Beteiligung statt.

Fazit

Die Errichtung der Windenergieanlage als BürgerWindrad fand eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Unterstützt wurde diese Akzeptanz durch den starken regionalen Bezug des Projektes, eine offensive und fundierte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie durch mehrere öffentliche Informationsveranstaltungen der Projektgruppe. Die drei Samtgemeinden waren in das Projekt eingebunden und haben das Vorhaben mit großem Engagement begleitet und unterstützt. 61 Bürger, überwiegend aus den Gemeinden des Aller-Leine-Tals, sind als Kommanditisten mit Einlagen ab 2.500 Euro an der Anlage beteiligt.

Das Projekt konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

Als Sprecher der Projektgruppe:

Cort-Brün Voige                                                                Dr. Stefan Dreesmann

[Abschlussbericht]