logo07

 

Impulskommune Häuslingen

Die Gemeinde Häuslingen mit ihren rd. 880 Einwohnern wurde 2002 als Impulskommune zum Thema Solarenergienutzung im Aller-Leine-Tal ausgewählt. Die Gemeinde hat sich zum Ziel gesetzt, einen eigenen, regionalen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten („Global denken – lokal handeln“). Die Gemeinde Häuslingen ist nicht die erste Kommune, die Maßnahmen zum Klimaschutz umsetzt und sie ist sich bewusst, nicht „das einzig richtige Programm“ zu haben. Bei allen Einzelmaßnahmen wurde jeweils im Vorfeld überlegt, ob die Maßnahme zur Gemeinde passt und das Thema Wirtschaftlichkeit (Anschaffungskosten / Unterhaltungskosten) wurde bei den Überlegungen mit berücksichtigt. Bisher konnte eine Vielzahl von sinnvollen Maßnahmen umgesetzt werden. Die Einwohner sowie viele Nachbarkommunen sehen die Aktivitäten in der Gemeinde Häuslingen positiv. In der Gemeinde wurden seither viele neue private Solaranlagen errichtet.

Seit 2002 wurde durch die örtliche Solarinitiative eine Broschüre herausgegeben, das CO²-Minderungsprogramm mit erarbeitet und ein Solarkataster der in der Gemeinde vorhandenen Solaranlagen erstellt. Außerdem wurde eine Solarmesse mit mehreren Vorträgen durchgeführt und für kommunale Vertreter der Gemeinden aus dem Projektgebiet eine Informationsveranstaltung zum gemeindeeigenen CO² Minderungsprogramm angeboten.

Ein Überblick über die solaren Aktivitäten in der Gemeinde Häuslingen ist auf der kommunalen Homepage unter www.haeuslingen.de Menüpunkt: „Solarkommune“ zu finden

1. Gemeindeeigenes CO² Minderungsprogramm

haeusl102

Die Gemeinde hat ein gemeindeeigenes Förderprogramm zur CO² Minderung aufgelegt. Gefördert werden Solaranlagen, Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und Wärmetauscher. Weiter wurde der Bebauungsplan für das kommunale Baugebiet „Eilstorfer Weg“ geändert um das Bauen energiesparender Häuser zu fördern. In diesem Baugebiet erhalten Bauherren für die Errichtung von Passivhäusern und besonders energiesparenden Häusern eine finanzielle Förderung von der Gemeinde.

In den Jahren 2002 bis 2004 wurden insgesamt € 6.500 aus dem Gemeindehaushalt für dieses Programm zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wird das Programm bis heute finanziell aus den Verkaufserlösen der Grundstücke im gemeindeeigenen Baugebiet gespeist. Je qm verkaufter Baulandfläche fließt ein Euro in das CO² Minderungsprogramm.

Regionale Handwerker sind in das Programm eingebunden. Mehrere Handwerker gewähren einen zusätzlichen finanziellen Bonus, wenn eine Anlage im Rahmen des Häuslinger Förderprogramms installiert wird.

Das Förderprogramm wurde nahezu vollständig von der Kreisstadt Bad Fallingbostel übernommen und diente als Grundlage für die Solarförderung der Stadt Walsrode in einem ihrer Baugebiete. Die Gemeinden Essel und Grethem haben 2006 eigene Förderprogramme für ihre Bürger in Anlehnung an das Häuslinger Programm aufgelegt.

Zum 30.06.2009 sind in der Gemeinde Häuslingen insgesamt 38 Solaranlagen in Betrieb: 9 Photovoltaikanlagen und 32 solarthermische Anlagen installiert. Damit befindet sich auf nahezu jedem 7. Wohngebäude eine Solaranlage. Seit dem Start des Förderprogramms sind rd. Euro 500.000 von Privatpersonen für Solartechnik in der Gemeinde Häuslingen investiert worden. Diese Beträge sind fast ausschließlich den regionalen Handwerkern zugute gekommen.

2. Gemeinschaftssolaranlagen

Die Gemeinde stellt das Dach des Kindergartens einer Bürgergruppe zum Betreiben einer Photovoltaikanlage kostenfrei zur Verfügung. Hier haben sich acht Personen im Rahmen einer GbR zusammengeschlossen und betreiben seit Mai 2004 eine Anlage mit einer Nennleistung von 3,52 kWp.

haeusl202

Durch Initiative der lokalen Solargruppe konnte 2004 eine weitere Bürgersolaranlage, ebenfalls als GbR betrieben, mit einer Nennleistung von 1,32 kWp installiert werden. Hier sind fünf Bürger beteiligt.

Solaranlage Ludwigslust GbR

Beide Anlagen sind als öffentliche Demonstrationsanlagen konzipiert und mit einer Visualisierung versehen. Die Stromerträge werden in das Netz der eon.Avacon eingespeist. Die Erträge werden dokumentiert und Interessierten zur Verfügung gestellt.

3. Demonstrationsobjekt „Solarkindergarten Häuslingen“

060420.Solaranlage neu4

Der Neubau des Kindergartens mit Gemeinderaum und Gemeindebüro wurde 2004 in Holzständerbauweise als Niedrigenergiegebäude errichtet. Das Dach des Gebäudes wurde einer Bürgergruppe zur Errichtung einer Gemeinschafts-Photovoltaikanlage kostenfrei zur Verfügung gestellt. Eine gut sichtbar angebrachte Datenanzeige zeigt die eingespeisten Erträge an.

Solarkindergarten Häuslingen mit Bürgersolaranlage und thermischer Solaranlage

Auf dem Kindergartengelände wurde von den Betreibern der Photovoltaikanlage 2004 ein solares Wasserspiel als Demonstrationsobjekt errichtet. Hier wird über eine Inselanlage eine Wasserpumpe betrieben, die das in einer Zisterne gesammelte Regenwasser in einen künstlich angelegten Bachlauf pumpt.

Am Ende des Bachlaufes wird das Wasser aufgefangen und über ein mit Gefälle verlegtes KG-Rohr in die Zisterne zurück geleistet. Dieser solare Bachlauf ist ein Blickfang dieses zentralen kommunalen Gebäudes.

 

Solarer Bachlauf am Solarkindergarten

haeusl402

2006 wurde auf dem Gebäude eine solarthermische Anlage zur Brauchwassererwärmung mit Heizungsunterstützung nachgerüstet. Diese Anlage ist mit einem Wärmemengenzähler und einer Visualisierung versehen. Die Anlage wurde mit einem großen Solarfest übergeben. Der Primärenergiebedarf des Gebäudes ermäßigt sich um weitere 25% auf ca. 45 kWh je qm Nutzfläche und Jahr. Das entspricht umgerechnet einem Heizölbedarf von rd. 4,5 Litern je qm und Jahr.

Damit werden am Kindergarten die drei gängigen Formen zur Nutzung der Solarenergie demonstriert: Solarkollektoren, Photovoltaikanlage zur Stromeinspeisung und Photovoltaikanlage als Inselbetrieb.

Im Kindergarten selbst wird die Geschirrspülmaschine direkt mit Warmwasser aus dem Speicher versorgt und nicht – wie in den meisten Haushalten üblich – über Kaltwasser welches durch teuren elektrischen Strom erwärmt wird.

Im September 2007 wurde der Gemeinde Häuslingen für den Solarkindergarten im Rahmen des Deutschen Solarpreises von EURPSOLAR eine der begehrten Plaketten in der Rubrik „Solares Bauen in Schulen und Bildungseinrichtungen verliehen.

 Plakette Dt. Solarpreis 2007

4. Teilnahme an der Solarbundesliga der Kommunen

Die Gemeinde beteiligt sich seit der Saison 2002/03 erfolgreich an der bundesweiten kommunalen Aktion „Solarbundesliga“. 2005 und 2006 konnte jeweils die niedersächsische Landesmeisterschaft errungen werden.

Übergabe der Urkunde für die Teilnahme an der Solarbundesliga in Freiburg, Intersolar im Juni 2003

haeusl502

5. Energietafel

haeusl602

Energietafel

Eine „Energietafel“ wurde in unmittelbarer Nähe des Kindergartens errichtet. Hier werden aktuelle Informationen zu den Themen Nachhaltigkeit / Erneuerbare Energien / Energieeffizienz / Energiespartipps öffentlich ausgehängt. Diese Tafel wurde im Mai 2005 von der örtlichen Solargruppe errichtet und wird von ihr derzeit 1x monatlich aktualisiert.

6. Solarleuchte

2006 wurde in der Ortslage „Gut Klein Häuslingen“ eine Schulbushaltestelle eingerichtet. Hier war es aufgrund der abseitigen Lage wirtschaftlich nicht vertretbar eine netzgebundene Leuchte zur Erhöhung der Sicherheit der Schulkinder zu installieren. Alternativ ist hier durch die Gemeinde Häuslingen eine solarbetriebene Leuchte errichtet worden. Diese Haltestelle ist eine Station der ALT-EnergieRoute und mit einem entsprechenden Hinweisschild ausgestattet.

7. weitere Aktivitäten der Gemeinde Häuslingen

  • Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf Energiesparleuchten (dadurch Senkung der Kosten je Leuchtpunkt und Jahr von 50 Euro auf 30 Euro)
  • Erstellung eines Solarkatasters für die Gemeinde Häuslingen

Präsentation zur Solarkommune Häuslingen zum Download

[Startseite] [Projektgruppe] [100% Region] [100% Res Communities] [Energieroute im ALT] [Vorträge & Präsentationen] [Alwine] [Newsletter] [Solarhandwerker] [Solarbundesliga] [Sonne auf´s Dach] [Impulskommune] [Wärme der Sonne] [Geothermie] [Weitere Projekte] [Energielinks] [Archiv] [Fans und Sponsoren] [Kontakt und Impressum]